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Hinter den Kulissen eines Musicals
Astrologin, Pathologin oder doch Musicaldarsteller…..?
„Man muss nur dem Herzen folgen“ sagt Musicaldarstellerin Jessica Kessler
Mit tosender und lauter Rockmusik wurde die 10. Klasse der Jesinger GHS auf der 100000 Kubikmeter großen Bühne empfangen und freute sich, das Apollo Theater in Stuttgart mal von der anderen Seite sehen zu können.
Völlig gespannt laufen wir durch den großen, schwarzen Raum, der sich als Bühne entpuppt. Die Vorbereitungen für die Abendvorstellung laufen auf Hochtouren und die Tontechniker checken die Mikros. Das Licht blendet uns, als wir auf der Bühne stehen und wir stellen uns vor, wie es hier oben den Musicalstars geht. 27 der 45 Darsteller aus 8 Nationen stehen 8 Mal pro Woche auf der Bühne und reißen das Publikum mit Rockmusik von Queen mit.

Die PR-Managerin, Daniela Chlouba führt uns hinter die Kulissen des Musicals: „We will rock you“ und zeigt uns die interessantesten Räume, wie Garderobe, Maske, Perücken- und Kostümwerkstatt. Pro Show gibt es für die Darsteller 5 – 9 Kostümwechsel und es sind 70 Perücken im Einsatz.
Seit dem 13. November 2008 wird das Musical in Stuttgart aufgeführt und begeistert das Publikum jeden Abend aufs Neue. Im Gespräch mit Jessica Kessler, welche die „Scaramouche“ im Musical spielt, erfahren wir, dass auch die Musicaldarsteller jeden Abend wieder von der Musik und vom Publikum mitgerissen werden. Show, Bühne, Lichter, laute Musik und verrückt verkleidete Menschen, dass ist der Reiz, das Musical zu besuchen. Für die laute Musik ist vor allem die achtköpfige Band zuständig, die live, aber bis zum Ende der Show versteckt hinter der Bühne, spielt.
Das Musical spielt 300 Jahre in der Zukunft, wo es keine echte Musik mehr gibt, sondern alles künstlich erzeugt wird. In ihrer Rolle schließt Scaramouche sich Rebellen an, welche die wahre Rockmusik zurückholen wollen. „Die Rolle hat viel mit mir gemeinsam. Aber man muss als Darsteller versuchen, sich mit vielen Rollen zu identifizieren“, sagt die gebürtige Duisburgerin, die auch durch ihr cooles, rockiges Outfit sofort auffiel.
Im Interview erzählte sie uns, dass sie mit 14 Jahren mit dem Eislaufen aufhörte um sich auf ihre Schule zu konzentrieren. Nach ihrem Abi überredete ein Freund sie zu einem Casting, und so ist sie zum Musical gekommen. Auf die Frage, wie man denn Musicaldarsteller wird, sagt sie: „Ich hatte das Glück, immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Aber es gehört auch viel Disziplin, Ausdauer und Ehrgeiz dazu. Und natürlich braucht man ein gewisses Talent in Gesang und Tanz.“
Geduldig beantwortet Jessica alle Fragen, die auf sie einprasseln. Überrascht sind wir, als sie auf die Fragen nach ihrem Alter verschmitzt antwortet: „Nächsten Monat werde ich 18.“ Als sie unsere verblüfften Gesichter sieht lacht sie aber und erklärt: „Das muss ich im Musical sagen. Im wirklichen Leben bin ich 28.“ Auch die Antwort auf die Frage, was sie machen würde, wenn sie nicht Musicaldarstellerin wäre, ruft amüsiertes Raunen hervor. Sie wäre gerne Astrologin oder Pathologin geworden, aber im Nachhinein ist sie glücklich darüber, wie alles gelaufen ist.
Nach 15 Minuten, die wie im Flug vergehen, weist Daniela Chlouba darauf hin, dass Jessica in der Maske erwartet wird, um sich für die nächste Show schminken zu lassen. Wir werden noch gefragt, ob wir denn auch zur Abendvorstellung kommen, aber das schaffen wir an diesem Tag leider nicht. Doch für uns steht fest, dass wir Jessica auf jeden Fall einmal live erleben wollen.
Einmal dabei sein, wenn das Adrenalin bei Publikum und Darstellern steigt, wenn die Schauspieler hinter dem verschlossenen Vorhang auf ihren Auftritt warten, das Musical beginnt und die 80er zurückkommen. Wir wollen dabei sein, wenn es in Stuttgart wieder heißt: „We will rock you!“

Melitta Kieltsch, Luisa Wagner, Kevin Krysta und Dominik Wilson
Mit freundlicher Genehmigung von www.ghs-jesingen.de
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Zwei Power-Ladies im Gaga-Land
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„Ozzy“ und „Scaramouche“ über „WWRY“, Zielgruppen-Musicals und Spaßfaktoren |
Musical-World: Musical-World: Womit wir beim Thema werden: „We will rock you“. Das ist ja eine Inszenierung, die irgendwie in keine Schublade passt und mit anderen Produktionen nicht zu vergleichen ist. Euer Kollege Martin Berger, Commander Khashoggi, der Erich Mielke aus dem Gaga-Land, hat in diesem Zusammenhang mal von „einem lebendig gewordenen Comic-Strip“ gesprochen. Wie beurteilt ihr das Stück? Was ist aus der Sicht der Künstler das Besondere daran?
Peti: Das Gleiche gilt für den „König der Löwen“. Disney ist da noch einen Grad ausgeprägter. Da wird Dir wirklich jeder Augenaufschlag vorgeschrieben. Das läuft wie eine perfekt eingeölte Maschinerie ab. Irgendwie fühlst Du Dich da als Künstler wie eine Marionette und kannst das, was Du machst, nicht mehr genießen. Vielleicht auch, weil man auf Grund dessen emotional nicht mehr so beteiligt ist. Da kannst Du selbst nichts Eigenes mehr einbringen. Und wenn Du es dann doch mal versuchst, kriegst Du gleich einen auf den Deckel. (C) Musical-World, Jürgen Heimann |
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Mit Jessica Kessler sprach Marcel Krebs |
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©Julia L. (Großansicht per Klick)



