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Hinter den Kulissen eines Musicals | Zwei Power-Ladies im Gaga-Land | Mit Jessica Kessler sprach... | Jessica Kessler und Tobias Bieri | Schülerzeitung Interview

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Hinter den Kulissen eines Musicals

Astrologin, Pathologin oder doch Musicaldarsteller…..? 
Man muss nur dem Herzen folgen“ sagt Musicaldarstellerin Jessica Kessler
Mit tosender und lauter Rockmusik wurde die 10. Klasse der Jesinger GHS auf der 100000 Kubikmeter großen Bühne empfangen und freute sich, das Apollo Theater in Stuttgart mal von der anderen Seite sehen zu können.
Völlig gespannt laufen wir durch den großen, schwarzen Raum, der sich als Bühne entpuppt. Die Vorbereitungen für die Abendvorstellung laufen auf Hochtouren und die Tontechniker checken die Mikros. Das Licht blendet uns, als wir auf der Bühne stehen und wir stellen uns vor, wie es hier oben den Musicalstars geht. 27 der 45 Darsteller aus 8 Nationen stehen 8 Mal pro Woche auf der Bühne und reißen das Publikum mit Rockmusik von Queen mit.

Die PR-Managerin, Daniela Chlouba führt uns hinter die Kulissen des Musicals: „We will rock you“ und zeigt uns die interessantesten Räume, wie Garderobe, Maske, Perücken- und Kostümwerkstatt. Pro Show gibt es für die Darsteller 5 – 9 Kostümwechsel und es sind 70 Perücken im Einsatz.
Seit dem 13. November 2008 wird das Musical in Stuttgart aufgeführt und begeistert das Publikum jeden Abend aufs Neue. Im Gespräch mit Jessica Kessler, welche die „Scaramouche“ im Musical spielt, erfahren wir, dass auch die Musicaldarsteller jeden Abend wieder von der Musik und vom Publikum mitgerissen werden. Show, Bühne, Lichter, laute Musik und verrückt verkleidete Menschen, dass ist der Reiz, das Musical zu besuchen. Für die laute Musik ist vor allem die achtköpfige Band zuständig, die live, aber bis zum Ende der Show versteckt hinter der Bühne, spielt.  


Das Musical spielt 300 Jahre in der Zukunft, wo es keine echte Musik mehr gibt, sondern alles künstlich erzeugt wird. In ihrer Rolle schließt Scaramouche sich Rebellen an, welche die wahre Rockmusik zurückholen wollen. „Die Rolle hat viel mit mir gemeinsam. Aber man muss als Darsteller versuchen, sich mit vielen Rollen zu identifizieren“, sagt die gebürtige Duisburgerin, die auch durch ihr cooles, rockiges Outfit sofort auffiel.
Im Interview erzählte sie uns, dass sie mit 14 Jahren mit dem Eislaufen aufhörte um sich auf ihre Schule zu konzentrieren. Nach ihrem Abi überredete ein Freund sie zu einem Casting, und so ist sie zum Musical gekommen. Auf die Frage, wie man denn Musicaldarsteller wird, sagt sie: „Ich hatte das Glück, immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Aber es gehört auch viel Disziplin, Ausdauer und Ehrgeiz dazu. Und natürlich braucht man ein gewisses Talent in Gesang und Tanz.“ 
Geduldig beantwortet Jessica alle Fragen, die auf sie einprasseln. Überrascht sind wir, als sie auf die Fragen nach ihrem Alter verschmitzt antwortet: „Nächsten Monat werde ich 18.“ Als sie unsere verblüfften Gesichter sieht lacht sie aber und erklärt: „Das muss ich im Musical sagen. Im wirklichen Leben bin ich 28.“  Auch die Antwort auf die Frage, was sie machen würde, wenn sie nicht Musicaldarstellerin wäre, ruft amüsiertes Raunen hervor. Sie wäre gerne Astrologin oder Pathologin geworden, aber im Nachhinein ist sie glücklich darüber, wie alles gelaufen ist. 
Nach 15 Minuten, die wie im Flug vergehen, weist Daniela Chlouba darauf hin, dass Jessica in der Maske erwartet wird, um sich für die nächste Show schminken zu lassen. Wir werden noch gefragt, ob wir denn auch zur Abendvorstellung kommen, aber das schaffen wir an diesem Tag leider nicht. Doch für uns steht fest, dass wir Jessica auf jeden Fall einmal live erleben wollen.
Einmal dabei sein, wenn das Adrenalin bei Publikum und Darstellern steigt, wenn die Schauspieler hinter dem verschlossenen Vorhang auf ihren Auftritt warten, das Musical beginnt und die 80er zurückkommen. Wir wollen dabei sein, wenn es in Stuttgart wieder heißt: „We will rock you!“



Melitta Kieltsch,  Luisa Wagner, Kevin Krysta und Dominik Wilson

Mit freundlicher Genehmigung von www.ghs-jesingen.de

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Zwei Power-Ladies im Gaga-Land

„Ozzy“ und „Scaramouche“ über „WWRY“, Zielgruppen-Musicals und Spaßfaktoren
von Jürgen Heimann
Jessica Kessler, die große Musical-Hoffnung vom Niederrhein, und Peti van der Velde, die vor sechs Jahren den Stewardessen-Job bei der holländischen Martin Air gegen ein nicht weniger unstetes Bühnen-Dasein eingetauscht hat, sind seit langem eng befreundet.

Musical-World:
Ihr beide scheint ja prima miteinander klar zu kommen. So etwas wie „Ein Herz und eine Seele“ oder etwas in der Art.
Peti: Ja, wir sind die besten Freundinnen.
Jessica: Ich kenne Peti seit meinem 15. Lebensjahr. Sie ist wie eine Schwester für mich.

Musical-World: Aber ihr habt noch nie in einem Stück gemeinsam auf der Bühne gestanden?
Peti: Nein, das hat bisher irgendwie noch nie geklappt.
Jessica: Nur bei Gala-Shows, da sind wir uns immer wieder begegnet, auf beruflicher Schiene, meine ich. Privat treffen wir uns oft und halten engen Kontakt.
Musical-World: Aber jetzt trennen sich Eure (Bühnen-)Wege schon wieder.
Peti: Ja, ich könnte heulen. Aber ich wünsche Jessie viel Glück und Erfolg in Zürich. Sie ist eine phantastische „Scaramouche“ – und eine phantastische Kollegin. Ich würde ja glatt mitgehen. Aber ich fühle mich hier in Köln auch sauwohl.

Musical-World: Womit wir beim Thema werden: „We will rock you“. Das ist ja eine Inszenierung, die irgendwie in keine Schublade passt und mit anderen Produktionen nicht zu vergleichen ist. Euer Kollege Martin Berger, Commander Khashoggi, der Erich Mielke aus dem Gaga-Land, hat in diesem Zusammenhang mal von „einem lebendig gewordenen Comic-Strip“ gesprochen. Wie beurteilt ihr das Stück? Was ist aus der Sicht der Künstler das Besondere daran?
Peti: Also es ist aufregend. Jeden Abend wieder. Du kriegst jedes Mal einen Kick. Und dann dieses Feedback aus dem Publikum, diese super-geile Band, diese Wahnsinns-Musik und diese phantastische Cast. Whoww. Es ist unvergleichlich  macht einfach Riesenspaß. Gut, es ist auch anstrengend, aber Du kriegst so viel Energie zurück…
Musical-World: Jetzt beruhige Dich doch wieder… Beide lachen
Jessie: Nee, sie hat ja Recht. Mir geht es genau so. Es ist so ein Geben und Nehmen zwischen Künstlern und Publikum, so etwas habe ich noch nie erlebt. 
Musical-World: Wenn man Euch so reden hört, gegen WWRY müssen alle Euren vorherigen Engagements ja die reinsten Trauerveranstaltungen gewesen sein….
Peti: Nee, das wollt ich damit nicht sagen. Die Stücke vorher waren halt anders. Dieses, sagen wir, gewisse Etwas, dieses große Wir-Gefühl, dieses gemeinsame Empfinden, an etwas wirklich Außergewöhnlichem, Neuem und Spannendem teil zu haben, war auch früher schon da, für mich beispielsweise bei Rent, aber es war halt nicht so ausgeprägt. Generell muss ich festhalten, dass ich eigentlich noch nie einen Bühnen-Job gehabt habe, wo ich gesagt habe, mein Gott, ist das öde…..
Jessica: Ja, und für mich war das hier in Köln auch eine komplett neue Erfahrung. Ich habe ja vorher immer nur klassische und/oder eher düstere und ernste Stücke gespielt. Als ich in dieser Show hier das erste Mal aufgetreten bin und ich gemerkt habe, wie viel Reaktion vom Publikum kam, habe ich eine Gänsehaut bekommen. Das war echt wie eine Reizüberflutung. Da war ich total weg. Es ist auch mehr Schauspiel gefordert, ich musste mehr Text lernen, und das machte es so spannend und herausfordernd. Und dann die Musik. Ich habe schon als Teenager Queen gehört und gemocht. Insofern ist WWRY für mich so eine Art Traum, der in Erfüllung gegangen ist, weil ich hier Songs, die ich so toll finde bzw. fand, auch selbst singen kann.
Musical-World: Und bei Dir, Peti? Du kommst doch von Hause aus eher aus der Jazz-Ecke…
Peti: Ja schon, aber mein Musikgeschmack ist ziemlich breit gefächert. Ich habe  auch früher schon Queen gehört, aber daneben auch die Beatles. Ich mag Klassik genauso wie Pop. Derzeit arbeiten ich und die Band, in der ich singe, an einem neuen Album. Und dabei handelt es sich sogar um Metal. Was den Job hier im Gaga-Land auch so reizvoll und nie langweilig macht, ist, dass hier auch Comedy und Slapstick verlangt werden. Und das an sich ist auch eine Herausforderung. Da kommt es noch mehr auf das richtige Timing an, damit die Pointe zündet. Hängst Du eine Zehntelsekunde hinterher, ist der ganze Witz kaputt.


Musical-World: Und bei Dir, Jessica, Du knabberst immer noch an „Les Miz“? Als „Eponine“ bist Du ja damals in Berlin gar nicht mehr zum Zuge gekommen?
Jessica:  Ja, leider. Ich habe zwar noch zwei Wochen lang nach Premiere im Ensemble gespielt und mich in dieser Zeit auch darauf vorbereitet, den Part der „Eponine“ zu übernehmen. Doch während der Proben kam dann das Angebot für die Sarah im „Tanz der Vampire“. Da konnte ich nicht Nein sagen.
Musical-World: Les Misèrables ist ja so ein Stück, von dem alle schwärmen, die Künstler ebenso wie das Publikum.
Jessica: Ja unbedingt. Das „muss“ man gemacht haben. Als seinerzeit „Les Misérables“ in Lüneburg anstand, hätte ich mir meinen Eponine-Traum verwirklichen können. Aber da haben sie mich bei den Vampiren nicht (raus) gelassen…. Und es ist ja interessant, zu beobachten, wie unterschiedlich die einzelnen Inszenierungen ausfallen. Mittlerweile ist das „Dogma“ , dass Les-Mis nur im ursprünglichen Original gespielt werden darf, Gott sei Dank ja gefallen. Gut, nicht alles, was da in Folge auf die Bühne kam, war gut oder hat mir, soweit ich es sehen durfte oder beurteilen kann, auch gefallen. Aber die Produktion in Tecklenburg dieses Jahr war schon gewaltig und beeindruckend.
Musical-World: Apropos Vampire. Das Engagement als Sarah war ja für Dich eigentlich der Durchbruch, gleichzusetzen mit dem Aufstieg in die erste Liga. Was hast Du dabei gelernt?
Jessica: Vor allem Disziplin. Erstbesetzung zu sein und jeden Abend an der Seite einer First-Class-Cast das wirklich Beste geben zu müssen, ist schon eine riesige Herausforderung und etwas anderes, als im Ensemble zu spielen. Da merkst Du sehr schnell, ob Du wirklich für diesen Beruf geschaffen bist. Ich habe die Entscheidung übrigens nie bereut. Lacht.
Musical-World: Und der Unterschied zu WWRY?
Jessica: Bei WWRY ist jede Scaramouche, jede Ozzy anders. Du kannst sehr viel von deiner eigenen Person einbringen. Bei den Vampiren hast Du nicht so viel Freiheit, Deine Rolle individuell auszukleiden. Obwohl: Sarah war ich, da steckte viel von mir selbst drin. Trotzdem: Bei TdV ist mehr oder weniger alles sehr genau vorgegeben. Stecke irgend jemand in das Sarah-Kostüm, gib’ ihm das Staging und es funktioniert - und ähnelt sich aber auch im Resultat.

Peti: Das Gleiche gilt für den „König der Löwen“. Disney ist da noch einen Grad ausgeprägter. Da wird Dir wirklich jeder Augenaufschlag vorgeschrieben. Das läuft wie eine perfekt eingeölte Maschinerie ab. Irgendwie fühlst Du Dich da als Künstler wie eine Marionette und kannst das, was Du machst, nicht mehr genießen. Vielleicht auch, weil man auf Grund dessen emotional nicht mehr so beteiligt ist. Da kannst Du selbst nichts Eigenes mehr einbringen. Und wenn Du es dann doch mal versuchst, kriegst Du gleich einen auf den Deckel.
Musical-World: Ihr Beide seid ja nun mittendrin in dem, was man „Musical-Circus“ nennt. Ist es so o.k., wie es momentan in Deutschland (und anderswo) läuft, oder was könnte man verbessern bzw. was würdet Ihr Euch dahingehend wünschen?
Peti: Mehr Mut zu neuen Stücken.
Jessica:  Mehr Offenheit und Ehrlichkeit – auch uns Künstlern gegenüber. Oft ist für die Verantwortlichen ja schon bei der ersten Audition klar, dass der- oder diejenige für die Rolle überhaupt nicht in Frage kommt. Aber man wird dann zu zig weiteren Callbacks eingeladen. Dann ist es doch besser, man sagt gleich von Anfang an, dass Du nicht der Typ für diesen Part bist. Das erspart allen Beteiligten Arbeit und Nerven.
Musical-World: Gibt es eine bestimmte Tendenz, einen Trend, den ihr in der Musicallandschaft beobachtet?
Peti: Ja, ich glaube der Hase wird noch stärker in Richtung Zielgruppen-Orientierung laufen.
Musical-World: Wie ist das zu verstehen? 
Jessica: Peti meint, und ich auch, dass bei der Auswahl der bzw. der Entscheidung für eine Produktion mehr und mehr versucht wird, Leute ins Theater zu locken, die sonst einen großen Bogen drum machen.
Peti: Wir können das bei „Mamma Mia“, „Dirty Dancing“ oder vor allem auch bei „We will rock you“ beobachten. Bei „Daddy Cool“, dem Stück, das um die Hit von Boney M. herum gestrickt ist, wird es nicht anders sein. Und ich finde es auch in Ordnung.
Jessica: Solche und ähnliche Stücke haben auch so eine Art Türöffner-Funktion. Die Produzenten erschliessen sich neue Publikumskreise und bringen vielleicht den ein oder anderen auf den Geschmack, ins Theater zu gehen und sich auch einmal andere Stücke anzuschauen. Und das macht Hoffnung.
Musical-World: So sei es! Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg im Kampf gegen Global-Soft.

(C) Musical-World, Jürgen Heimann

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Mit Jessica Kessler sprach...

Mit Jessica Kessler sprach Marcel Krebs
Jessica Kessler spielt im We will Rock you Musical die Rolle von Scaramouche. Wenn man Jessica persönlich kennenlernt, dann weiss man, wieso sie so gut beim Publikum ankommt. Jessica ist ein Powerbündel voll Energie wie sie nur eine 100000 Volt Leitung haben kann. Die gebürtige Duisburgerin hat als Spitzensportlerin mit der deutschen Eiskunstlauf Nationalmannschaft und einer Meisterschafts Bronzemedaille die Herzen vieler tausend Menschen erobert, sagte aber mit 14 Jahren dem Spitzensport tschüss. 11 Jahre stand sie zu diesem Zeitpunkt schon auf den Schlittschuhen und war die grosse Hoffnung des deutschen Eislauf Verbandes. Für Jessica stand es aber schon lange fest, sie wollte mehr als Eislaufen - sie wollte singen - tanzen und lachen. Jessica wollte die Menschen glücklich machen. Ein Vorhaben dass man heute mehr als Gelungen bezeichnen kann...

Lifestylemagazin: Wie ist das in jener Zeit des Wechsels von der Spitzensportlerin zur Musicaldarstellerin vorgegangen?
Jessica Kessler:
 
Das war ein langer, langer Prozess! Eiskunstlaufen ist ja auch sehr künstlerisch, das mit Tanz und Bewegung zu tun hat. Das man sich einer Jury oder einem Publikum präsentiert. In dieser Zeit haben wir auch viel Showlaufen und ähnliches gemacht, Stücke aufgeführt und für die Disney on Ice Eislaufshow Märchen aufgeführt. Deshalb war ich immer schon auch künstlerisch engagiert und so nach und nach in die künstlerische Schiene reingerutscht. Ich habe ja auch mit 14 mit dem Leistungssport aufgehört, habe anschliessend nur noch Revuen gemacht. Durch meine parallel laufende Ausbildung, ich war auf dem Gymnasium, bin ich in die Gesangskünste reingekommen. Wir wurden in der Schule künstlerisch sehr gefördert. Ich habe vor allem Gospel und Irish Folc gemacht. Damals lief in unserer Stadt, in Duisburg, so ein Musical und das hat mich auf dem Geschmack gebracht. Ich fand das so toll mit Gesang und Schauspiel eine Geschichte rüber zu bringen, zu singen ,zu spielen und zu tanzen, das war für mich einfach einmalig. Dass es so schnell geklappt hat, habe ich zwar nie gedacht! (Lacht laut und herzlich) Ich bin jetzt sieben Jahre im Geschäft und es macht mir immer noch grossen, grossen Spass.

Lifestylemagazin: Wie bist Du zur der Hauptrolle in "We will Rock you" gekommen?

Jessica Kessler:

 
Ich spielte ja über zwei Jahre die weibliche Hauptrolle in Tanz der Vampire, von Roman Polanski. Als dann das Musical "We will Rock you" gesehen habe, war ich total begeistert. In Köln ist aber damals nichts frei geworden, zur Erstbesetzung. Dann habe ich gesagt ja klar, das ist alles so toll, so bin ich wieder in das Ensemble gegangen und habe die Rollen der Ozzy und Scaramouche gecovert. Das hat mir soviel Spass gemacht, dass ich mir gesagt habe, da will ich weiter machen. Dann kam Zürich und da haben die Verantwortlichen eh schon besprochen wer spielt und da habe ich eben ja gesagt, ich mache das und so spiele ich hier die Hauptrolle der Scaramouche.
Lifestyle Magazin: Du spielst jetzt hier in Zürich - lebst Du auch in der Stadt?
Jessica Kessler:
 
Ja, klar ich möchte auch dort leben, wo ich arbeite. Ich kann mich auch so voll auf meine Arbeit konzentrieren und natürlich auch mal ne andere Stadt, Leben und Leute kennen lernen.
Lifestyle Magazin:Wenn Abends der Vorhang fällt, ist dann für Dich der Abend abgeschlossen, das Musical die Show ist zu Ende?
Jessica Kessler:
 
Nein!! Das ist sehr schwierig. Einige können das, aber es gibt sehr viele, und da sprech ich für die meisten Kollegen von mir, bringen es nicht fertig nach der Show gleich ins Bett zu gehen. Nach so einer Show, wo Du alles gegeben hast, wo Du mitgelebt hast, bist du so aufgedreht, gerade nach dieser Show. So kommt es, dass wir meistens zusammen noch irgendwo hingehen um was zu Trinken und um einfach von der Drehzahl runterzukommen. Ich gehe nie vor zwei Uhr in der Früh zu Bett.
Lifestyle Magazin: Wie ist es denn jetzt, drei Stunden vor der Show, kannst Du da einfach auf den Knopf drücken und Du bist zur Show um halb Acht bereit?
Jessica Kessler:
 
Ja, dazu gibts ja Kaffee, Red Bull , das brauche ich halt einfach um wach zu werden. Meistens mache ich mich auch warm und singe und tanze mich auf der Probebühne ein. Die erste Nummer die Scaramouche hat, die ist schon sehr heftig und da muss ich von Null auf hundert sein. Da muss ich in meiner Rolle wirklich alles geben und voll da sein. Nach der Nummer da läuft es, dann bin ich voll drin. Aber eben, da rein zu kommen ist sehr schwierig und da muss man sich als Künstler intensiv und lange warm machen und vorbereiten.
Lifestyle Magazin: Gibt es auch mal Tage, wo die Jessica nicht so gut drauf ist, spricht ihr miteinander unter den Darstellern darüber oder wie macht ihr das?
Jessica Kessler:
 
Klar, hast Du auch mal Mühe und denkst, das war aber nicht so gut. Da gehst du aber hin zu deinen Kollegen und fragst:" Wie hat sich das oder dies für dich angehört, was hast du empfunden usw. Wir sind ja schliesslich nicht nur Arbeitskollegen sondern auch für die ganze Zeit gute Freunde! Einige Freundschaften entwickeln sich auch immer darüber hinaus, auch wenn man nicht mehr zusammenarbeitet. So habe ich viele gute Freunde aus der Musical Vergangenheit. Solche Leute wo man über alles reden kann tun gut, man hat ja auch mal seine Problemchen und da fragt man auch die mal um Rat, die haben ja auch ihre jahrelangen Erfahrungen gemacht. Viele haben jahrelang studiert und in einer Ausbildung getanzt oder machen Schauspiel an der Hochschule.
Hast du die Schlittschuhe für immer an den Nagel gehängt?
Jessica Kessler:
 
Nein!!! (grosses Gelächter!) Ich hab meine Schlittschuhe Weihnachten, als ich zuhause war rübergeholt und war schon ein paar mal hier Schlittschuhlaufen, einfach so um ein bisschen zu Laufen. (Jessica strahlt)
Lifestyle Magazin: Du hast also das Schlittschuhlaufen nicht ganz vergessen?
Jessica Kessler:
 

Um Himmels Willen nein!!! Ich bin mit den Schlittschuhen geboren worden. Ich habe mit drei Jahren angefangen auf den Schlittschuhen zu stehen. Meine Mutter wollte das damals und dann hat sich bald herausgestellt, dass ich Talent hatte und so bin ich sehr früh in den Leistungssport gerutscht.

Lifestyle Magazin: Was ist Dein grösster Wunsch - Jessica?
Jessica Kessler:
 

Mein Gott! Es gibt so viele Sachen die ich mir Wünsche - auf jeden Fall, dass ich immer meinen tollen Job ausüben kann, dass ich immer Freude an der Arbeit habe, dass diese Freude nie verloren geht. Da habe ich manchmal ein bisschen Angst davor, dass diese Freude weg geht. Gerade wenn man En Suite spielt, dass sind acht Shows die Woche, da habe ich schon ein bisschen Angst, dass auf einmal die Freude fehlt. Das ist eine harte Arbeit. Du musst dich jeden Abend Pushen - du musst jeden Abend die gleiche Rolle spielen, jeden Abend den gleichen Text sprechen.

Aber auch bei Tanz der Vampire habe ich ja die Rolle über zwei Jahre gespielt, da habe ich immer versucht, mir etwas schönes zu suchen und habe in keiner Minute den Spass daran verloren. Auch hier in Zürich bei "We will Rock you", das dauert ja sicher noch ein bissen (man redet ja schon wegen des phänomenalen Erfolges bis ende Jahr 2007 darüber, anm. der Redaktion) ist das überhaupt nich möglich, weil ich die Musik so liebe und jeden Abend von Neuem geniesse.

Und ich hab noch ein Wunsch mal in die Richtung Film/Fernsehen zu gehen, dass ist etwas wo ich gucke, wenn ich mal Zeit habe. Ich bin im Moment aber zusehr ins Theater eingebunden, dass, wenn ich dann Zeit habe mehr für mich orientiere. Ich habe aber in Hamburg sehr viel Synchronsprechen gemacht. Zeichentrickfilme und normale Spielfilme synchronisiert. Das waren aber auch viele japanische Zeichentrickfilme, die ich auf deutsch vertont habe die heute auf RTL 2 laufen. Die Gelegenheit in einem Kurzfilm mitzuspielen hatte ich schon.

Lifestyle Magazin: Habt ihr im Ensemble auch darüber diskutiert - wie das Musical in der Schweiz ankommt?
 

Ja klar. Da haben wir schon bei den Proben in Köln darüber gesprochen, wie die Schweizer das aufnehmen werden. Das waren grosse Diskussionen. Wir haben natürlich gehofft, dass es auch in Zürich gut ankommt. Dass es dann aber ein solcher Erfolg wird, das haben wir nie gedacht! - Die Probezeit für Zürich war sehr hart. Wir haben viel ausprobiert. Für mich war es eine besonders harte Zeit. Ich lag eine Woche im Krankenhaus mit einer Schleimbeutel Entzündung. Ich war lange sehr traurig, ich wusste nicht mal ob ich die Premiere spielen kann.

 
Meine Familie vermisse ich schon ein bisschen
 

Ich brauche ein gewisses Background von zu Hause. Ich telefoniere jeden Tag mit meiner Mutter. Dann vermisse ich auch meine Tiere. Ich habe zwei Hunde, die Hasen... ja, irgendwie vermisst man das schon, wenn man nicht jeden Tag Daheim ist. Ich bin jetzt zum ersten Mal so weit weg. Da hat man schon ein bisschen Heimweh.
Wir haben in Zürich jetzt auch über zwei Monate gespielt und ich komme so in die Phase wo ich auch in der Freizeit etwas unternehmen kann. Mit einer Freundin aus dem Musical gehe ich auch ab und zum Reiten, so langsam kann man sich in der Freizeit wieder was aufbauen. Ich war auch schon auf dem Uetliberg! (Lacht) Meine früheren Reisen waren nur von Duisburg ins Bundesleistungszentrum nach Obersdorf. Das waren jahrelang meine einzigen Reisen und dazu wurde dann auch nur hart trainiert.

Gerne würde ich endlich die Schweizer Berge sehen, Sonne, die Natur einfach die Schönheiten der Schweiz unbeschwert geniessen. Hinfahren, dorthin wo man schon viel davon gehört hat, vom Genfersee, von Montreux einfach das schöne Land besser kennenlernen.

© Marcel Krebs

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©Julia L. (Großansicht per Klick)

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